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DeutschlandAuf einen Blick


Es ist ist die erste Zinsänderung seit einem Jahr: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrer Sitzung am Donnerstag, 11. Juni 2026, die Zinsen erhöht. Der für Sparer wichtige Einlagensatz der EZB liegt jetzt bei 2,25 Prozent. An diesem Zins orientieren sich die Banken bei den Konditionen für Tagesgeld und Festgeld. Die Sparzinsen waren zuletzt bereits zum Teil deutlich gestiegen.
Der EZB-Leitzins ist wichtig für die gesamte Wirtschaft. Seine Höhe betrifft Anleger, Sparer und Kreditnehmer aber auch direkt: Denn er entscheidet mit, wie hoch die Sparzinsen beim Tagesgeld und Festgeld sind, wie teuer der Ratenkredit ausfällt – oder wie attraktiv Aktien im Vergleich zu Zinsanlagen sind. Fallende Zinsen beflügeln normalerweise die Aktienmärkte. Wir erklären Ihnen, was der EZB-Leitzins ist und welche Bedeutung er für die Wirtschaft und für Sparerinnen und Sparer hat.
Der EZB-Leitzins, auch Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte genannt, liegt aktuell bei 2,40 Prozent. Der sogenannte Einlagensatz der EZB, der für die Höhe der Sparzinsen wichtig ist, beträgt 2,25 Prozent. Zuletzt hatte die EZB diese Werte bei ihrer Sitzung am 5. Juni 2025 verändert. Seitdem waren sie konstant geblieben - bis zur jetzigen Zinsentscheidung.
Wie es mit den Zinsen weitergeht, hängt vor allem von der Entwicklung der Inflation ab. Zuletzt waren die Inflationsraten durch die Folgen des Kriegs der USA gegen den Iran deutlich gestiegen, nach einer ersten Schätzung des Statistikamts Eurostat auf 3,20 Prozent im Mai im Euroraum. Das Inflationsziel der EZB ist 2,0 Prozent. "Durch den Krieg im Nahen Osten entsteht Druck auf die Inflation", heißt es in einer Mitteilung der EZB zur Zinsentscheidung. Marktbeobachter rechnen damit, dass der Leitzins in nächster Zeit weiter steigen wird.
Die Entwicklung der EZB-Zinsen macht sich bei den Tages- und Festgeldzinsen bemerkbar. Als die Zinsen im vergangenen Jahr nach unten gingen, haben auch die Banken ihre Zinsen für Tagesgeld und Festgeld verringert. Mittlerweile hat sich dieser Trend umgekehrt. So sind etwa die Zinsen für Tagesgeld in den vergangenen Monaten geklettert: Sie lagen laut Biallo-Tagesgeldindex Anfang September 2025 im Schnitt noch bei 1,32 Prozent. Derzeit sind es 1,51 Prozent (Stand: 12. Juni 2026). Auch bei den Festgeldzinsen geht es schon länger aufwärts.
Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das: Sie können können mit weiter steigenden Zinsen rechnen. Sie sollten daher ihr Geld nicht zu lange festlegen. So gibt es derzeit mittlerweile eine große Auswahl an gut verzinsten einjährigen Festgeldangeboten. Einen Teil des Geldes sollten Sparer aber auch auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto parken. Die Aktionszinsen reichen dort zum Teil bis zu vier Prozent. Sollten die Zinsen weiter steigen, lässt sich das Geld vom Tagesgeldkonto relativ schnell umschichten.

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DeutschlandWas ist genau gemeint, wenn man vom Leitzins der Europäischen Zentralbank spricht? Es gibt nicht nur einen Leitzins, sondern gleich drei. Sie legen fest, zu welchen Konditionen die Geschäftsbanken – also die privaten Banken, die Genossenschaftsbanken und die Sparkassen – bei der EZB Geld leihen und anlegen können.
Wenn vom "EZB-Leitzins" die Rede ist, ist der Hauptrefinanzierungssatz gemeint. Zu diesem Zinssatz können sich die Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld für eine Woche Laufzeit leihen. Der Hauptrefinanzierungssatz beeinflusst damit etwa die Zinsen für Kredite, die die Banken an ihre Kundinnen und Kunden vergeben.
Mehr Aufmerksamkeit bekommt jedoch seit geraumer Zeit der Einlagensatz – der Leitzins für die sogenannte "Einlagefazilität". Der Einlagesatz ist derjenige Zinssatz, zu dem die Banken überschüssiges Geld über Nacht bei der Zentralbank anlegen können. Er ist damit eine Art Tagesgeldzins für die Geschäftsbanken. Daher entscheidet er auch über die Höhe der Tages- und Festgeldzinsen mit, die die Banken ihren Kundinnen und Kunden anbieten.
Der Spitzenrefinanzierungssatz ist der dritte Leitzins der EZB. Zu diesem Zinssatz können sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld über Nacht leihen. Der Zins dient den Banken daher dazu, sich kurzfristig finanzielle Mittel zu beschaffen. Das soll helfen, mögliche Liquiditätsengpässe bei den Banken zu vermeiden.
Die Europäische Zentralbank ist unabhängig von politischen Entscheidungen und Gremien. Sie legt daher auch ihre Leitzinsen eigenständig und unabhängig fest. Wer genau bestimmt jedoch den Leitzins? Das macht der Rat der EZB: Er berät in seinen regelmäßigen Sitzungen über die Höhe der Leitzinsen. In der Regel trifft sich der Rat alle sechs Wochen. Der nächste EZB-Leitzins-Termin ist der 23. Juli 2026. Die Termine der EZB-Zinsentscheidungen veröffentlicht die Zentralbank auf ihrer Internetseite.
Mit ihren Leitzinsen bestimmt die EZB die Konditionen, zu denen sich die Banken bei der Notenbank Geld leihen oder anlegen können. Damit beeinflusst sie indirekt die Zinsen, die Banken ihren Kundinnen und Kunden bei der Kreditvergabe und bei der Geldanlage gewähren – zum Beispiel bei Tagesgeld und Festgeld.
Der Einlagensatz der EZB ist die Richtschnur für die Zinsen bei den Sparanlagen. Er liegt derzeit bei 2,25 Prozent. Für diesen Zins parken Banken, wie erwähnt, über Nacht Geld bei der Notenbank. Bekommen sie also von ihren Kunden Einlagen für Tagesgeld oder Festgeld, können sie das Geld zu diesem Satz kurzfristig bei der EZB anlegen. Sinkt der Einlagensatz, bekommen die Banken für die Beträge, die sie bei der EZB geparkt haben, weniger Geld. Daher gehen in der Regel auch die Zinsen zurück, die die Institute ihren Kunden für Tagesgeld und Festgeld bieten. Steigt der Einlagensatz, geht es auch bei den Sparzinsen hoch.
Die Zinspolitik der EZB wirkt sich aber auch auf die Kreditkonditionen aus. Insbesondere die Zinsen für Konsumentenkredite orientieren sich am eigentlichen EZB-Leitzins, dem Hauptrefinanzierungssatz. Zu diesem Zins leihen sich die Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld. Ähnlich wie der Einlagensatz bei den Sparzinsen ist er damit eine Art Mindestzins – in diesem Fall für die kurzfristige Kreditvergabe der Banken. Steigt der Leitzins, werden Kredite teurer. Sinkt er, können sich Verbraucher günstiger Geld leihen.
Langfristige Kreditzinsen wie etwa die Bauzinsen orientieren sich dagegen weniger am Leitzins. Sie richten sich eher nach den Renditen am Anleihenmarkt – und dabei vor allem nach den Renditen langfristiger Bundesanleihen und den Pfandbriefrenditen. Mit Pfandbriefen leihen sich Banken Geld bei Anlegern, um es als Baukredite weiter zu verleihen. Die Bauzinsen setzen sich daher aus den Pfandbriefrenditen plus einem Aufschlag zusammen.
Über die Änderung bei den Spar- und Kreditzinsen nimmt die EZB Einfluss auf die Wirtschaft – und damit auf die Inflation. Was passiert dabei, wenn der Leitzins steigt? Ein hoher Leitzins dämpft die Teuerung, weil die Menschen mehr sparen. Der Konsum geht zurück. Gleichzeitig werden Kredite für Investitionen der Unternehmen teurer. Die Wirtschaft kühlt ab, das drückt aufs Preisniveau. Und was passiert, wenn der Leitzins sinkt? Niedrige Zinsen sorgen umgekehrt für mehr Investitionen und mehr Konsum. Die Nachfrage nach Gütern steigt – und damit auch die Preise.
Ist ein hoher Leitzins also gut oder schlecht für die Wirtschaft? Das lässt sich nicht pauschal sagen. Hohe Leitzinsen bremsen einerseits die Konjunktur. Andererseits dämpfen sie die Teuerung. Ziel der EZB ist es dabei, die Inflation in Schach zu halten, ohne die Konjunktur abzuwürgen.
Derzeit liegt der EZB-Leitzins bei 2,40 Prozent. Der Einlagensatz beträgt 2,25 Prozent. Das ist im historischen Vergleich ein Wert auf mittlerem Niveau (siehe Grafik). So war der Leitzins in einigen Perioden schon deutlich höher. Er lag allerdings noch vor wenigen Jahren auch lange bei null. Der Einlagensatz sank zwischenzeitlich sogar unter die Null-Prozent-Marke.
Wie kam es zu dieser Leitzins-Entwicklung? Nach der Euro-Schuldenkrise in den Jahren 2010 und 2011 hatte die Notenbank den Zins Schritt für Schritt gesenkt. Das billige Geld sollte der Wirtschaft durch die Krise helfen. Ab 2014 wurde der Einlagensatz sogar negativ. Diese Zeit der "Negativzinsen" ging bis 2022. Dann sorgten steigende Energiepreise für so hohe Inflationsraten, dass die EZB die Leitzinsen mehr als ein Jahr lang bei jeder ihrer Sitzungen anhob, insgesamt zehn Mal in Folge. Ab Juni 2024 hatte die EZB dann innerhalb eines Jahres die Zinsen acht Mal gesenkt. Dann bliebt der Zins konstant – bis zur jüngsten Sitzung.
Eine ähnliche Entwicklung gab es auch beim Leitzins der Fed. Die Abkürzung steht für die US-Notenbank "Federal Reserve". Der US-Leitzins ist für Anleger neben dem EZB-Zins der wichtigste Gradmesser für die künftige Zinsentwicklung. Die Fed hatte 2022 mit ihren Zinssteigerungen schon vor der EZB-Zinserhöhung begonnen und den Leitzins in den USA noch stärker erhöht. Nach mehreren Zinssenkungen aufgrund der schwachen Konjunktur ließ die Fed die Zinsen dann unverändert.
Die sogenannte "Federal Funds Rate" liegt derzeit in einer Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Fed hat den Zins seit Ende des vergangenen Jahres nicht verändert.

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